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Cyanotypie - Ein einfacher historischer Prozeß
 1) Übersicht
 2) Trägermaterial
 3) Druckvorlage
   3.1) Ein Großnegativ in der Dunkelkammer anfertigen
   3.2) Einen Reprofilm mit einem Laserbelichter belichten (lassen)
 4) Die lichtempfindliche Lösung herstellen
 5)
Beschichten des Trägers
 6) Belichten
 7) Entwickeln
   7.1) Das Bild wässern
   7.2) Das Blau nach dem Entwickeln vertiefen
 8) Variationen in der Beschichtung
    8.1) Kräftigeres Blau erzeugen mit einer Oxalsäureimprägnierung
    8.2) Anzahl der Grau bzw. Blaustufen erhöhen mit Kaliumdichromat
    8.3) Auswaschen von Farbpartikel mit Gelatine verhindern
    8.4) Auswaschen von Farbpartikel mit gehärteter Gelatine verhindern 
 9) Teststreifen erstellen
10) Tonen
   10.1) Braun / Rotbraun
   10.2) Braun
   10.3) Violett - Tonen mit gelbbraunem Tannin
   10.4) Braun / Grün - Tonen mit Kaliumcarbonat
11) Trocknen
12) Ein fertiges Rezept

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1) Übersicht

Eines der ältesten und einfachsten fotografischen Kopierverfahren ist die Cyanotypie oder auch der Eisenblaudruck.
Seit 1842 ist die Cyanotypie bekannt. Anfangs wurde sie zum "Fotografieren von Pflanzen" verwendet, was sich aber nicht durchsetzten konnte.
Später wurde die Cyanotypie zum Vervielfältigung von Architekturplänen und technischen Zeichnungen eingesetzt.
Sie war unter dem Namen Blaupause bis in die 1950’er Jahre hinein weit verbreitet.

Der Prozeß beruht auf der UV-Lichtempfindlichkeit bestimmter Eisensalze, und liefert Bilder in leuchtendem Preußischblau.
Als Fotopapier dient üblicher Weise Aquarellpapier, das mit einer photoaktiven Lösung bestrichen wurde.
Die Papiere können nicht mit einem herkömmlichen Vergrößerer belichtet werden, da praktisch alle Optiken vergütet sind, und daher kein UV-Licht durchlassen.
Es müssen daher zuerst Negative in der Größe des späteren Bildes angefertigt werden. Mit diesen Negativen wird im Kontaktkopierverfahren, das mit der photoaktiven Lösung bestrichene Papier belichtet.

Nach der Belichtung wird das Papier gewässert, damit die löslichen und noch lichtempfindlichen Eisensalze ausgespült werden. Die unlöslichen Kristalle sind das Preußischblau. Diese bleiben auf der Unterlage haften und erzeugen das Bild.
 
 
2) Trägermaterial

Bei der Cyanotypie lagern sich die Farbpigmente an den Papierfasern in den oberen Schichten des Papiers ab.
Deshalb benötigt man ein Papier das in der Lage ist, die aufgebrachte Sensibilisierungslösung zu binden.
Gleichzeitig darf sich das Material nicht auflösen, wenn es zum entwickeln und tonen längere Zeit im Wasser liegt.
Aquarellpapier ist für die Cyanotypie eine gute Wahl. Es saugt die photosensible Lösung auf, bindet die Pigmente und schlägt im Idealfall auch nicht durch.
Die Oberflächenstrucktur der Aquarellpapiere ist Geschmackssache. Angeboten werden Grobkorn, Satiniert, Feinkorn und Torchon.
Torchon hat eine Oberflächenstruktur, die in etwa wie eine grobe Leinenstruktur aussieht.
Sehr gute Erfahrungen habe ich mit Fabriano Watercolour "Accademia"100 Blatt 240 g 27 x 35 cm
und dem Canson Montval Aquarellkarton 300g 50 x 65 cm gemacht.
 
3) Druckvorlage
3.1) Ein Großnegativ in der Dunkelkammer anfertigen

Folien die mit einen Tintenstrahldrucker oder einem Laserdrucker beschichtet wurden eignen sich nur sehr bedingt, da das Raster auf den fertigen Bildern sehr gut sichtbar ist.
Die besten Ergebnisse habe ich mit selbst hergestellten Großnegativen gemacht. Hierfür wird vom Originalnegativ eine Kontaktkopie erstellt. Diese ist dann ein Positiv.
Dieses Positiv wird dann in einen Vergrößerer eingelegt und ein Reprofilm damit belichtet. Reprofilm bekommt man als Rollenmaterial am Besten über eBay.
Das Verfallsdatum kann man bei diesem Material vernachlässigen. Eine original verschlossene Filmrolle ist praktisch unbegrenzt haltbar.

Fotosatzfilme sind rotempfindlich! Die rote Dunkelkammerbeleuchtung belichtet demnach das Material.
Es muß mit grün-braunem Licht gearbeitet werden.
 

Negativ umkopieren
Film für den Kontakt:
Kodak T-Max 100 / Lucky 100
Lampe im Vergrößerer: 15 Watt / matt
Blende: 16
Abstand Objektiv - Film: 60 cm
Belichtungszeit: 10 Sekunden.

Die Filme müssen bei völliger
Dunkelheit aufeinander platziert werden.
Sie sind rot- und grünempfindlich.

Mit diesem Eigenbau Kontaktkopierrahmen lassen sich fünf
6x6 Negative auf einmal umkopieren.
Ich klebe sie alle auf einmal mit Tesafilm auf die Glasscheibe,
die eigentlich als Gewicht gedacht war.
Die Dichteunterschiede der einzelnen Negative
kann man hier praktisch vernachlässigen.
Die Unterschiede werden dann beim erstellen
der Druckvorlagen manuell ausgeglichen.

 

Kontaktkopie entwickeln 
Kodak T-Max 100
oder
Lucky 100

Entwickler: Kodak D76

Mischungsverhältnis: 1:1

Entwicklungszeit: 12 Minuten
Fotosatz- oder Reprofilm
mit Kontaktnegativ belichten






 
 

Fotosatzfilm entwickeln 

Fotosatzfilm lässt sich wie
Schwarz-Weiß Papier entwickeln.
Da dieses Material rotempfindlich ist,
muß mit grün-braunem Laborlicht
gearbeitet werden.

Fertige Druckvorlage 

 
3.2) Einen Reprofilm mit einem Digitalbild belichten (lassen)
Ein einfaches und preiswertes Verfahren ist es, einen Reprofilm mit einem Laserbelichter belichten zu lassen.
Solche Negative dienen normaler Weise als Druckvorlagen für den Offset.- und Siebdruck. Typische Auflösungen sind 60 bis 80 Linien pro cm.
Wenn man raues Aquarellpapier mit einem "80 Linien pro cm Negativ" belichtet, muß man schon sehr genau schauen, um das Raster zu entdecken.
Entsprechende Firmen finden sich dutzendweise, wenn am das Internet nach "Filmbelichtung" durchsucht. Ein A4 Negativ gibt es für ~ 5 Euro.
 
4) Lichtempfindliche Lösung ansetzen
 
Ursprünglich wurde mit braunem Ammoniumeisen(III)citrat und Kaliumhexacyanoferrat(II) gearbeitet.
Später verwendete man grünes Ammoniumeisen(III)citrat und Kaliumhexacyanoferrat(III).
Das grüne Ammoniumeisen(III)citrat ist etwas 8 mal lichtempfindlicher ist als das braune.
Die Reaktionsprodukte der beiden Methoden sind jedoch weitgehend identisch, und es ist nicht möglich, die beiden Blau’s zu unterscheiden.
Mit braunem Ammoniumeisen(III)citrat + Kaliumhexacyanoferrat(II) und
mit dem grünen Ammoniumeisen(III)-citrat + Kaliumhexacyanoferrat(III) entst
eht beide Male Preußischblau.

Ich halte mich hier an die neuere Mixtur, mit grünen Ammoniumeisen(III)-citrat + Kaliumhexacyanoferrat(III)

 
Cyanotypie - Rezept für 40ml Emulsion (reicht für 3-4 Blätter)
Papier: Canson, Montval 300g/m², 30x40cm

Emulsion:
35 ml Wasser
3,1g Ammoniumeisen(III)citrat grün (14,5–16% Fe)
2,0g Kaliumhexacyanidoferrat(III)
1,0g Hasenleim
1,25 ml 5%-ige Chromalaunlösung

Belichtung: 15 Minuten
Lampe: 460Watt UV-Brenner
Abstand Brenner / Negativ: 80cm
Abdeckung: 3mm Schott Mirogard


Ammoniumeisen(III)citrat
grün (C6H8O7·nFe·nH3N) ((CAS 1185-57-5) mit 14.5-16% Fe) macht die Lösung lichtempfindlich.
                                                Wenn man das Ammoniumeisen(III)citrat kauft, muß man gezielt nach der "grünen" Version nachfragen.
                                                Braune und grüne Version haben die gleiche CAS Nummer!

Kaliumhexacyanoferrat(III) (C6FeK3N6) (CAS 13746-66-2) liefert das Eisen für die blaue Farbe.

Leim oder auch Gelatine bewirkt, daß die Farbpartikel auch auf Papieren haften, aus denen sie sonst ausgewaschen werden.

Kaliumchromsulfat / Chromalaun KCr(SO4)2 . 12H2O (CAS 7788-99-0) macht die Gelatine fest und wasserunlöslich.

Kalialuminiumalaun /  Kalialaun  KAl(SO4)2 · 12 H2O) (CAS 7784-24-9 ) macht die Gelatine fest und wasserunlöslich.

Kaliumdichromat (K2Cr2O7) (CAS 7778-50-9) erhöht den Kontrast und die Anzahl der erkennbaren Graustufen.



Verarbeitung:
Den Leim einen halben bis einen Tag vorquellen lassen.
Dann ist den Leim in einem maximal 40°C warmen Wasserbad komplett aufzulösen.
Das abgewogene Ammoniumeisen(III)citrat, Kaliumhexacyanoferrat(III) schüttet man zu dem
gelösten Leim in das Becherglas, und rührt solange um, bis alle Bestandteile gelöst sind.
Die Chromalaunlösung kommt dann ganz zum Schluß in die Lösung.

Achtung!
Die Lösung aus dem Rezept verträgt max. 40°C
Wird der Leim zu hoch erhitzt, nimmt seine Gallertfestigkeit ab.
Das heisst, die Farbpartikel schwimmen beim wässern des Bildes davon.
Zusätzlich kommt es zu einer vorzeitigen Reaktion bzw. Härtung der Chromgelatine.
Die Emulsion sinkt dann nicht mehr in das Papier ein, sondern verschmiert nur noch auf der Oberfläche.

-> Ab jetzt ist die Lösung lichtempfindlich und härtet aus wenn sie kalt wird!
Zum beschichten der Papiere kann man das Becherglas in einen Topf mit 40 °C warmen Wasser stellen.
 



Ammoniumeisen(III)citrat  Kaliumhexacyanoferrat(III)

Gelatine, links getrocknet, rechts vorgequollen

Fertige lichtempfindliche Lösung.

Gehärtete Gelatine in <= 40°C warmen Wasser flüssig halten
5) Beschichten des Trägers
5.1) Das Papier mit der Emulsion bestreichen

Als Raumbeleuchtung kann man eine 20 Watt Leuchtstoffröhre oder eine ähnlich Lichtquelle benutzen.

Die Emulsion wird nun mit einem Pinsel oder einem Küchenschwamm auf das Papier aufgetragen.
Die Lösung darf nicht durch das Papier durchsickern oder über den Rand hinaus laufen.
Beides gibt hinterher graue Flecken. Nach dem Beschichten, muß das Papier ~ einen 1/2 Tag trocknen.

 


Beschichten des Papiers in einem dunklen Raum
 
5.2) Spritzer und Flecken entfernen
Spritzer oder Nasen die man beim Beschichten auf das Papier gebracht hat, kann man vor dem Belichten mit Alufolie abdecken.
Dann werden die Nasen nicht belichtet, und werden beim Entwickeln einfach ausgewaschen.

 
5.3) Flecke bilden sich beim gleichen Bild immer auf den gleichen Stellen
Flecke, Steifen oder andere Muster, die sich bei dem Bildern mit dem gleichen Motiv wiederholen kommen daher, daß sich zwischen Film und Glasplatte Newtonsche Ringe bilden.
Abhilfe schafft hier nur entspiegeltes Glas.

Das Schott Mirogard ist hier die beste, aber leider auch die kostspieligste Wahl.
Unter dem Namen "Schott Mirogard" werden drei Gläser angeboten. Das "einfache" Schott Mirogard ist das was wir brauchen.
Es ist entspiegelt und lässt noch das UV-Licht durch, das ja zum belichten benötigt wird.

Die beiden anderen Gläser, heißen "Schott Mirogard Plus" und "Schott Mirogard Protect".
Die sind auch entspiegelt, filtern aber praktisch alles UV-Licht heraus.
Zum belichten der Cyanotypieen sind die beiden Gläser ungeeignet.

Spiegelfreies Glas das durch anätzen mit Flußsäure mattiert wurde, sogenanntes Refloglas, unterdrückt die Interferenzmuster zwar auch,
erzeugt aber ein unscharfes Bild mit wenig Kontrast.

Da die Ringe nur an Stellen auftreten, an denen das Negativ die Glasplatte berührt, muß das beschichtete Papier absolut eben und faltenfrei sein.
Das erreicht man, indem man das Papier vor dem beschichten beidseitig naß macht, und dann zum trockenen auf ein Brett klebt.
Das Papier schrumpft während des Trocknens und wird hierbei absolut eben.
Wenn man das vorgeschrumpfte Papier jetzt partiell mit der lichtempfindlichen Lösung bestreicht, wellt es sich zwar in dem nassen Bereich,
wird aber nach dem nochmaligen trocknen genauso plan, wie das Ausgangsmaterial.


Newtonsche Ringe zwischen Film und Glasplatte

Fertiges Bild mit Flecken, die durch Newtonsche Ringe hervorgerufen wurden
 
 
6) Belichten

Auf das trockene Papier wird nun das Negativ aufgelegt. Damit alles plan liegt, legt eine Glasplatte oben drauf.

Will man das Verfahren nur einmal ausprobieren, kann man das Sandwich einfach in die Sonne legen.
Die Belichtungszeit beträgt hier, 30 Minuten bis hin zu einigen Stunden - je nach Wetter und UV-Anteil im Sonnenlicht.
Will man reproduzierbare Ergebnisse haben, ist eine künstliche UV-Quelle eine sinnvolle Anschaffung.
Gute Dienste leisten hier tragbare Gesichts- oder Oberkörperbräuner. Die gibt es am Sperrmüll oder für ein paar Euro bei eBay.
Mit einem Oberkörperbräuner kommt man auf Belichtungszeiten von kleiner 30 Minuten.

Die Belichtung ist korrekt, wenn die Schatten blaugrau, die Lichter Gelbgrau sind.
Da man die Glasplatte und das Negativ im laufenden Betrieb nicht abnehmen kann, läßt sich das allerdings nicht wirklich kontrollieren.
Als Anhaltspunkt können beschichtete Bereiche die Papiers benutzt werden, die nicht vom Negativ abgedeckt werden.
Wenn diese grau werden ist das Bild meist korrekt belichtet. Generell ist eine Überbelichtung aber nicht so tragisch wie eine Unterbelichtung.
Aber an der ein oder anderen Testreihe wird man nicht vorbei kommen.

 


Belichten mit einem Oberkörperbräuner
 
7) Entwickeln
7.1) Das Bild wässern


Entwickelt wird mit kaltem Wasser.
Die "Entwicklung" ist beendet, wenn keine blaue Farbe mehr wegschwimmt und der gelbliche Ton in den Lichtern komplett verschwunden ist.
Wird hier zu viel vom blauen Farbstoff weggewaschen, war das Bild unterbelichtet.
Ein leicht überbelichtetes Bild, kann durch durch längeres wässern noch gerettet werden..
Das Papier wird aber umso weicher, je länger es im Wasser liegt. Es muß daher sehr vorsichtig behandelt werden, wenn man keine Knicke oder Risse bekommen möchte. 

Cyanotypie unterbelichtet Cyanotypie fertig belichtet Cyanotypie beim Entwickeln im Wasserbad. Das Bild mit einem schwachen Wasserstrahl duschen funktioniert auch
7.2) Das Blau nach dem Entwickeln vertiefen

Will man ein noch kräftigeres Blau erreichen, kann man das Bild direkt nach dem Wässern in einer
0,3%igen Wasserstoffperoxidlösung baden.
Dies verstärkt die Oxidation der blauen Eisen(III) Kristalle und man hat binnen Sekunden das Endergebnis.
Das Papier muß nach dem oxidieren noch einmal kurz gewässert werden, um das H2O2 wieder auszuwaschen.

8) Variationen bei der Beschichtung
8.1) Kräftigeres Blau erzeugen mit einer Imprägnierung mit Oxalsäurelösung

Ein kräftigeres Blau erreicht man, wenn man das Papier vor dem eigentlichen Bestreichen mit der lichtempfindlichen Lösung,
mit 1% -iger Oxalsäure bestreicht, und dann einen 1/2 Tag lang trocknen lässt.
Zu einer 1% -igen Oxalsäurelösung kommt man, indem man 1 Gramm Oxalsäure in 99 ml Wasser löst.
 
8.2) Anzahl der Grau bzw. Blaustufen erhöhen im Kaliumdichromat

Um den Kontrast und die Anzahl der erkennbaren Graustufen zu erhöhen, gibt man der lichtempfindlichen Lösung ~ 3,0 cm³ einer 1%-tigen Kaliumdichromatlösung / 100 ml zu.
Zu einer 1% -igen Kaliumdichromatlösung kommt man, indem man 1 Gramm Kaliumdichromat in 99 ml Wasser löst.
 
8.3) Auswaschen von Farbpartikel mit Gelatine verhindern

Damit die Farbpartikel beim Entwickeln nicht davon schwimmen, kann man der Lösung 3,0 Gramm Leim bzw. Gelatine mit zugeben.
Den Leim löst man zuerst in den 100 ml Wasser auf. Dann gibt dann das Ammoniumeisen(III)citrat und Kaliumhexacyanoferrat(III) zu.
Versuch:
Oxalsäure Imprägnierung, Kaliumdichromat und Gelatine in der lichtempfindlichen Lösung

Papier: Gerstaecker Aquarell Classic 300g/m"
Lichtempfindliche Lösung:
12,5 g Ammoniumeisen(III)citrat
8 g Kaliumhexacyanoferrat(III)
100 ml Wasser

Bild Links:
Papier wurde mit der 1% -igen Oxalsäurelösung vorbehandelt.
In der lichtempfindlichen Lösung war 3,0 Gramm Leim gelöst.
-> Die Farben werden deutlich kräftiger.
Die Farbpartikel haften gut auf dem Papier

Bild Mitte:
Der lichtempfindlichen Lösung wurde 3 cm³ Kaliumdichromatlösung
und 3,0 Gramm Leim zugegeben.
-> Das Bild wird insgesamt weicher.
Es ist etwa so, wie wenn man von einem Fotopapier mit Gradation 4
auf Fotopapier mit Gradation 1 wechselt.
Es sind deutlich mehr Grau- bzw. Blaustufen erkennbar. Der Kontrast nimmt stark ab.
Die Farbpartikel haften gut auf dem Papier

Bild Rechts: Hier wurde nur die Standardlösung ohne Gelatine verwendet.
-> Hier werden die Farbpartikel stark ausgewaschen.

 

8.4) Auswaschen von Farbpartikel mit gehärteter Gelatine verhindern

Wenn die Farbpartikel trotz Gelatine in der Emulsion immer noch wegschwimmen, kann man die  Gelatine in der lichtempfindlichen Lösung auch noch härten.
Das härten bewirkt, daß Gelatine fest und wasserunlöslich wird.
Der Kontrast im fertigen Bild nimmt allerdings ab, da aus den Lichtern die Emulsion nicht vollständig ausgewaschen werden kann.
Dafür nimmt die Auflösung merklich zu.
Es ist etwa so, wie wenn man von einem Fotopapier mit Gradation 4 auf Fotopapier mit Gradation 1 wechselt.

Zur Gelatine härten verwendet man:
0,5g Chromalaun oder 2,0g Kalialaun auf 50ml Emulsion.

Der Härter sollte ganz zum Schluß in die Emulsion gegeben werden, da ab diesem Zeitpunkt die Gelatine anfängt auszuhärten.
Zum beschichten der Papiere kann man das Becherglas in einen Topf mit heißem Wasser stellen.
Das verzögert das Aushärte. Trotzdem bleiben nur einige Minuten bevor die Emulsion geliert und sich Streifen beim beschichten des Papiers bilden.
 
  Versuch:
Ohne Gelatine, mit Gelatine und gehärteter Gelatine, in der lichtempfindlichen Lösung

Papier: Gerstaecker Aquarell Classic 300g/m"
Lichtempfindliche Lösung:
12,5 g Ammoniumeisen(III)citrat
5 g Kaliumhexacyanoferrat(III)
100 ml Wasser
 
 
  Keine Gelatine in der Lösung
Wenig Kontrast, schlechte Auflösung
-> Die Farbpigmente werden stark ausgewaschen
Normale Gelatine in der Lösung
Guter Kontrast, kräftige Farben, mittelmäßige Auflösung
-> Die Farbpigmente halten gut auf dem Papier.
Gehärtete Gelatine in der Lösung.
Mittelmäßiger Kontrast, hohe Auflösung, viele Graustufen.
-> Die Farbpigmente halten sehr gut auf dem Papier.

 

9) Teststreifen erstellen

Damit nicht jeder Belichtungs- und Tonvorgang nur durch Zufall zu einem brauchbaren Ergebnis führt, erstellt man einige Testpapiere.
Ein Bogen mit dem gewünschten Papier und Negativ wird in 4 Streifen unterteilt. Die Steifen werden dann mit unterschiedlichen Belichtungszeiten belichtet.
Man erstellt am besten gleich mehrere der Testbögen, um dann auch noch die Reaktion des Toners auf das Papier zu testen.
Das Bild unten wurde am Ende mit 8 Minuten belichtet.
Belichten eines Teststreifens. Dieses Bild wurde von 5 Minuten - 20 Minuten belichtet Dieses Bild wurde von 3 Minuten - 12 Minuten belichtet
10) Tönung

Gegenüber schwachen Säuren ist Berliner Blau stabil. Der Cyanoferratkomplex wird wegen des geringen Löslichkeit nicht zerstört und CN--Ionen werden nicht freigesetzt.
Durch Laugen wird der Komplex angegriffen und es bildet sich braunes Eisen(III)oxid-hydroxid.
Diese Eigenschaft wird beim Tonen der Papiere genutzt.
 
10.1) Braun / Rotbraun

Papierentwickler: Kodak Dektol, ORWO N120, ....
50 Gramm Tannin / Liter Wasser

1) Das korrekt belichtete Bild wird in Fotopapierentwickler wie "
Kodak Dektol" oder "ORWO N120" entfärbt bis nur noch ein gelbliches Bild zu sehen ist.
2) Dann wird für 15 Minuten gewässert
3) Das gewässerte Bild für 15 Minuten in die Tanninlösung legen.
4) Gründlich wässern
Versuch:

Papier: Gerstaecker Aquarell Classic 300g/m"
Das Papier mit 1% -iger Oxalsäure gestrichen und 1/2 Tag lang trocknen lassen

Lichtempfindliche Lösung:
12,5 g Ammoniumeisen(III)citrat
5 g Kaliumhexacyanoferrat(III)
100 ml Wasser
3,0 g Leim

Belichtung:
Das Bild doppelt so lange belichtet wie notwendig.
Korrekt belichtet wäre das Bild mit 8 Minuten. Hier wurde es mit 16 Minuten belichtet.
Dann gewässert und 1/2 Tag lang trocknen lassen.

Zum bleichen:
90 Gramm Kaliumcarbonat / Liter Wasser
oder
Papierentwickler ORWO N120.

Zum tönen: 50 Gramm Tannin / Liter Wasser
Alle Bilder wurden zwischen den Arbeitsschritten 15 Minuten gewässert

Bild Links: In K2CO3 Lösung gebleicht, und mit Tannin getönt.

Bild Mitte: In stark verdünntem in Papierentwickler ORWO N120 kurz gebleicht.
Die blaue Farbe war noch sehr gut zu sehen.
Dann mit Tannin getönt und mit 1%-iger Oxalsäure aufgehellt.
-> Die Lichter werden sichtbar aufgehellt. Die Farbe verändert sich nach Graubraun.

Bild Rechts: In Papierentwickler ORWO N120 gebleicht, bis die blaue Farbe nur noch schwach zu sehen war.
Dann mit Tannin getont.
-> Die Farbe ist etwas grauer als die von dem Bild, das in K2CO3 Lösung gebleicht wurde.
    Die Lichter sind etwas besser entwickelt.

 

10.2) Braun

3 Tropfen Salpetersäure / Liter Wasser
90 Gramm Kaliumcarbonat / Liter Wasser
50 Gramm Tannin / Liter Wasser

1) Das korrekt belichtete Bild für ~ 2 Minuten in die Salpetersäurelösung legen. Das hellt das Bild stark auf.
2) 15 Minuten wässern
3) In die  Kaliumcarbonat legen, bis nur noch ein gelbes Bild zu sehen ist
4) 15 Minuten wässern
5) Für weitere 15 Minuten in die Tanninlösung legen.
6) Gründlich wässern
Versuch:

Papier: Gerstaecker Aquarell Classic 300g/m"
Das Papier mit 1% -iger Oxalsäure gestrichen und 1/2 Tag lang trocknen lassen

Lichtempfindliche Lösung:
12,5 g Ammoniumeisen(III)citrat
5 g Kaliumhexacyanoferrat(III)
100 ml Wasser
3,0 g Leim

Belichtung:
Das Bild doppelt so lange belichtet wie notwendig.
Korrekt belichtet wäre das Bild mit 8 Minuten. Hier wurde es mit 16 Minuten belichtet.
Dann gewässert und 1/2 Tag lang trocknen lassen.

Ansäuern mit
3 Tropfen Salpetersäure / Liter Wasser
Zum bleichen:
90 Gramm Kaliumcarbonat / Liter Wasser
oder
Papierentwickler ORWO N120.

Zum tönen: 50 Gramm Tannin / Liter Wasser
Alle Bilder wurden zwischen den Arbeitsschritten 15 Minuten gewässert

Bild Rechts: In Papierentwickler ORWO N120 kurz gebleicht und mit Tannin getönt.

Bild Mitte: Zuerst mit Salpetersäure behandelt. In stark verdünnter in K2CO3 Lösung gebleicht.
und mit Tannin getont.
-> Es wird ein warmes Braun erzeugt und es sind mehr Graustufen erkennbar.

Bild Links: In Papierentwickler ORWO N120 gebleicht, bis die blaue Farbe nur noch schwach zu sehen war.
Dann mit Tannin getont und Oxalsäure aufgehellt
-> Die Farbe ist etwas grauer, der Kontrast nimmt ab. Dafür sind mehr Graustufen zu erkennen
10.3) Violett - Tonen mit gelbbraunem Tannin:
Neben dem dunkelbraunem Tannin gibt es noch eine gelbbraune Variante.
Sie verhält sich genauso wie die schwarzbraune Version.
Sie bringt einen rosa, violetten oder grauen Ton in das zuvor in Kaliumcarbonat oder Papierentwickler gebleichte Bild.
Die Färbelösung wird mit ~50g Tannin / Liter Wasser angesetzt.
10.4) Braun / Grün - Tonen mit Kaliumcarbonat
1,0 Gramm Kaliumcarbonat / Liter Wasser

Das stark überbelichtete Bild wird die Kaliumcarbonatlösung gelegt, und auf Sicht solange gebleicht, bis der größte Teil des Blaus verschwunden ist.
Das Bild muß aber noch deutlich sichtbar sein. Die violette Farbe, die das Bild im Laufe der Reaktion annimmt ist leider nicht stabil.
Wenn das Bild gewünschte Helligkeit hat, muß es sofort in ein Wasserbad gelegt werden, um die Reaktion abzubrechen.
Das Anfangs noch sehr dünne Bild oxidiert in den nächsten Stunden, zu einem braun bis grünbraunen Ton.

Das Blaue Bild wurde nach einem teilweisen entfärben
in einer Kaliumcarbonatlösung violett.
Versuch:
Papier: Gerstaecker Aquarell Classic 300g/m"
Das Papier mit 1% -iger Oxalsäure gestrichen und 1/2 Tag lang trocknen lassen.

Lichtempfindliche Lösung:
12,5 g Ammoniumeisen(III)citrat
5 g Kaliumhexacyanoferrat(III)
100 ml Wasser
3,0 g Leim
Papier damit 1x bestrichen und 1/2 Tag lang trocknen lassen.

Belichtung:
Das Bild doppelt so lange belichtet wie notwendig.
Korrekt belichtet wäre das Bild mit 8 Minuten. Hier wurde es mit 16 Minuten belichtet.
Dann gewässert und 1/2 Tag lang trocknen lassen.

Tönung:
In einer stark verdünnten Kaliumcarbonatlösung (1,0 Gramm K2CO3 / Liter Wasser) auf Sicht gebleicht.
Die Farben entwickelten sich dann erst im Laufe des nächsten Tages.


Bild links: blieb solange in der K2CO3 Lösung, bis die Farbe fast verschwunden war (~1 Minute).

Bild Mitte: blieb solange in der K2CO3 Lösung, bis die Farbe noch deutlich sichtbar war (~1/2 Minute)

Bild rechts: blieb nur einige Sekunden in der K2CO3 Lösung. Das Blau fing gerade an zu verblassen.
10.4) Das Bild klären oder aufhellen:
2 Gramm Oxalsäure / Liter Wasser

Die Oxalsäurelösung klärt die Lichter im Bild.
Sie verschiebt das Rotbraun tanningetonter Bilder in Richtung Graubraun.
Blaue Bilder gehen leicht ins GrünBlau. Die Lichter bekommt man fast völlig Weiß.
Das Klären wird auf Sicht gemacht. Wenn das Bild gewünschte Helligkeit hat, muß es sofort in ein
Wasserbad gelegt werden, um die Reaktion abzubrechen.


 
11) Trocknen
Nach dem wässern klebt man das Bild mit Naßklebeband auf ein Brett.
So bekommt man ein absolut planes Bild.

Beim trocknen des Papiers an der Wäscheleine oder in einer Trockenpresse für Baritpapier,             
werden auch sehr dicke Papiere nicht vollständig plan.
 

Bilder zum trocknen auf Brett geklebt
 
 



(c) Jürgen Schilling 04.10.2014